Lästige Haare im Gesicht entfernen

Viele Frauen ärgern sich über Härchen am Kinn oder Flaum an der Oberlippe. Welche Möglichkeiten es gibt, die haarigen Störenfriede im Gesicht loszuwerden

von Anita Essig-Knop, 28.02.2018

Unbeliebter Flaum: Die meisten Frauen finden Haare im Gesicht störend


Auf dem Kopf gerne, am Kinn bitte nicht! Viele Frauen kämpfen mit unliebsamer Gesichtsbehaarung – vor allem wenn sie älter werden. "Manche Haare fangen erst im Lauf des Lebens an zu wachsen", sagt der Karlsruher Dermatologe Professor Christian Raulin.

Der Grund seien fehlende weibliche oder zu viele männliche Hormone. Häufig tritt das Problem während der Wechseljahre auf. Sprießen grundlos Haare, sollte das auf jeden Fall ein Arzt ab­klären. Leben muss mit den Härchen niemand. Es gibt viele Methoden, um sie zu entfernen. 

Längere Härchen mit Wachsstreifen ausreißen

Ein Kaltwachsstreifen wird zwischen den Fingern angewärmt, damit das Wachs besser auf der Haut haftet. Anschließend in Wuchsrichtung auf die Stelle kleben, die enthaart werden soll. Den Streifen glatt streichen, kurz warten und entgegen der Wuchsrichtung abziehen. 

Wie erfolgreich die Prozedur ist, hängt davon ab, ob die Haare mindestens einen halben Zentimeter lang sind und die Wachsstreifen die richtige Temperatur haben. Kosmetikerin Mona Brumm aus Buchholz in der Nordheide: "Bei der Gesichtshaarentfernung bevorzuge ich Wachsstreifen. Sie sind preiswert, effektiv, und der Schmerz lässt sich gut ­aushalten." Man bekommt sie ­unter anderem in Apotheken.

Die teurere Alternative: Waxing oder Sugaring beim Profi. Beim Waxing wird Warmwachs aufgetragen und mithilfe von Vliesstreifen entgegen der Wuchsrichtung samt den Haaren wieder entfernt. Beim Sugaring wird Zuckerpaste in Wuchsrichtung abge­zogen. Haare brechen dabei deutlich seltener ab. Der Effekt hält jeweils ­etwa drei Wochen an.

Eine hormonhaltige Creme hemmt das Haarwachstum

Eine verschreibungspflichtige Creme mit dem Wirkstoff Eflornithin hemmt das Haarwachstum, indem sie in den Hormonhaushalt eingreift. Das Mittel gilt als gut verträglich, da der Körper den Stoff selbst nicht aufnimmt.

Mögliche Nebenwirkungen: Rötungen der Haut, leichte Akne  oder Hautausschlag, trockene Haut, eingewachsene Haare. Meist treten diese aber nur vorübergehend auf. Bei Beschwerden zum Arzt gehen. 

"Die Creme sollte regelmäßig zweimal täglich über einen längeren Zeitraum aufgetragen werden", sagt Dermatologe Raulin. Erste Ergebnisse sieht man nach etwa drei Monaten. Die Wirkung besteht nur, solange das Präparat verwendet wird. Gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten lediglich bei der Diagnose Hirsutismus (männliche Behaarung bei Frauen).  

Enthaarungscreme hilft bei leichtem Haarwuchs

Ideal für Frauen, die sehr schmerzempfindlich sind und bei denen der Haarwuchs nicht so stark ­aus­geprägt ist. Vorsicht allerdings bei empfindlicher Gesichtshaut. ­Chemische Inhaltsstoffe können sie unter Umständen stark reizen.

Die Klassiker: Rasieren oder mit der Pinzette zupfen

Täglich die Haare mit Rasierapparat oder Handrasierer entfernen. "Aus dermatologischer Sicht spricht nichts ­dagegen", sagt Raulin. Viele seiner Patientinnen machen das. Kosmetikerin Brumm dagegen warnt: "Die Haare werden nur an der Oberfläche abgeschnitten und wachsen unschön stoppelig nach. Es gibt wesentlich bessere Möglichkeiten."

Stören nur wenige, kräftigere Haare, ist auch Zupfen eine gute Alterna­tive. Mithilfe einer Pinzette am besten täglich die Quälgeister herausziehen.

Unliebsame Gesichtshaare kann eine erfahrenen Kosmetikerin zudem mit einem Faden beseitigen. Die ­Methode stammt aus dem Orient und ist bei türkischen Frauen sehr beliebt.

Wird die Technik mit dem Faden richtig beherrscht, bereitet das Ausreißen der Haare kaum Schmerzen. "Sehr weh tut es nur, wenn die Härchen zu langsam oder mit einer falschen Drehung entfernt werden. Dadurch werden sie nicht aus-, sondern nur abgerissen", erklärt ­Kosmetikerin Brumm. 

Mit elektrischen Impulsen epilieren

Mit einem Epiliergerät speziell für das Gesicht werden die Haare samt Wurzeln durch elektrische Impulse entfernt. Die Behandlung ist aber schmerzhaft. Bei empfindlicher Gesichtshaut kann es Rötungen geben. Der Effekt hält etwa drei Wochen. 

Laser oder Blitzlampen (IPL): Nur bei dunklen und dicken Haaren

Beim Lasern wird mit einer definierten Wellenlänge behandelt, bei ­­Blitzlampen (IPL) mit einem breiten Wellenspektrum. Allerdings funktionieren diese Methoden nur bei dunklen und dicken Haaren. Denn die Lichtenergie wird über die Farbpigmente zu den Haarwurzeln transportiert, wo sie diese zerstören. ­Raulin: "Fehlt ein Lichtleiter wie bei weißen, blonden oder flaumigen ­Haaren, kann keine Wärme in die ­Tiefe geleitet werden."

Für ein überzeugendes Ergebnis sind rund zehn Sitzungen erforderlich. Eine Be­­handlung kostet zwischen 50 und 250 Euro. Die Prozedur ist nicht schmerzlos, aber laut Experte Raulin "auszuhalten".


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